Schreibwerkstatt Radio
preistrae

Axel Eggebrecht Preis

Foto: Werner Bethsold
Foto: Werner Bethsold

... machte uns vertraut mit dem gesprochenen Journalismus, der kein Vorlesen sein darf, sondern eigenen Gesetzen entsprechen muss. Gedrechselte Pointen stören, oberlehrerhafter Dünkel langweilt, es gilt so zu erzählen, zu plaudern, als forme man in eben diesem Augenblick seine Sätze. Und je deutlicher der Sprechende seine subjektive Meinung vertritt und dem Zuhörer eine andere zubilligt, ja nahelegt, desto näher kommt er dem Ideal eines imaginären Dialogs. Denn immer wendet sich da ein einzelner an zahllose einzelne, nicht an ein Publikum. Und das unbestechliche Mikrofon verrät, ob er aufrichtig ist oder nicht.
Im Radio sehe ich ein ideales Instrument des Literaten, der unmittelbar auf die Umwelt wirken will.
... Das Ohr nimmt konzentriert das auf, was ihm dargeboten wird.
Deshalb wirkt der so gern totgesagte Hörfunk nachhaltiger als das flimmernde Bild.

Axel Eggebrecht in seiner Autobiographie
"Der halbe Weg - Zwischenbilanz einer Epoche" (1975)


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